Myopie – Kurzsichtigkeit bei Kindern
Was Sie als Eltern wissen sollten
Ihr Kind erkennt die Tafel schlecht oder hält Dinge sehr nah vor die Augen? Dahinter kann Kurzsichtigkeit stecken. Sie lässt sich mit einer Brille korrigieren; bei Kindern lohnt sich außerdem ein Blick darauf, wie sich die Sehstärke entwickelt.
Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen und wie wir Sie dabei begleiten.

Was passiert bei Kurzsichtigkeit?
Bei Kurzsichtigkeit werden entfernte Dinge unscharf gesehen. Häufig ist das Auge etwas länger als für ein scharfes Bild in der Ferne nötig. Eine Brille oder Kontaktlinsen gleichen die Sehschwäche aus.
Bei Kindern kann sich die Kurzsichtigkeit während des Wachstums verändern. Deshalb sind aktuelle Sehwerte und der Verlauf wichtig, wenn wir die passende Versorgung auswählen.
Warum ist die Entwicklung wichtig?
Bei Kindern kann Kurzsichtigkeit während des Wachstums zunehmen. Eine hohe Kurzsichtigkeit ist später mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Augenerkrankungen verbunden. Deshalb achten wir nicht nur auf die aktuelle Sehstärke, sondern auch darauf, wie sie sich entwickelt.
Ob spezielle Brillengläser sinnvoll sind, hängt von den Messwerten und der bisherigen Entwicklung ab. Einen Erfolg für ein einzelnes Kind kann niemand allein aus Studienwerten vorhersagen.
Was Sie als Eltern konkret tun können
Zeit im Freien
Regelmäßige Zeit im Freien kann dazu beitragen, dass Kinder seltener kurzsichtig werden. In einer Studie verbrachten Schulkinder täglich zusätzlich 40 Minuten draußen. Untersucht wurde, wie häufig in den folgenden drei Jahren Kurzsichtigkeit auftrat [6]. Eine feste Wirkung auf das Wachstum eines einzelnen Auges lässt sich daraus nicht ableiten.
Unser Tipp: Planen Sie regelmäßige Zeit im Freien in den Alltag Ihres Kindes ein.
Sehwerte im Blick behalten
Wenn Ihr Kind in der Ferne schlechter sieht oder sich seine Brillenwerte verändern, lassen Sie die Sehstärke überprüfen. Frühere Messwerte helfen dabei, die Entwicklung zu beurteilen.
Moderne Brillengläser – mehr als nur Korrektur
Für kurzsichtige Kinder gibt es Brillengläser, die die Sehschärfe korrigieren und zugleich das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen sollen.
MiYOSMART® von HOYA: Die verwendete DIMS-Technologie wurde in einer zweijährigen Studie mit 8- bis 13-jährigen Kindern untersucht. In der Studiengruppe nahm die Kurzsichtigkeit im Durchschnitt 52 Prozent langsamer zu als mit gewöhnlichen Einstärkengläsern. Das ist ein Gruppenwert, keine Vorhersage für ein einzelnes Kind [10].
MYOSLOW® von Visall: Auch diese Spezialgläser gehören zu unserem Angebot. Welche Versorgung für Ihr Kind infrage kommt und wie sie sich im Alltag tragen lässt, besprechen wir nach der Messung.
Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?
Je nach Befund kommen auch spezielle Kontaktlinsen für das Myopiemanagement infrage. Niedrig dosierte Atropintropfen sind eine augenärztliche Behandlungsoption. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt vom Kind und vom Verlauf der Kurzsichtigkeit ab.
Wie begleiten wir Ihr Kind?
Wir bestimmen die Sehwerte, besprechen geeignete Brillengläser und kontrollieren die Entwicklung. Beim Erstbesuch bieten wir Kindern ab sechs Jahren auch eine kostenlose Messung der Augenlänge an. So lässt sich der Verlauf besser einschätzen; die Messung allein stellt keine Diagnose.
Wenn Sie bereits eine Verordnung oder frühere Messwerte haben, bringen Sie diese bitte mit.
Quellen:
[6] He M et al. JAMA 2015;314:1142–1148. Originalstudie zum Aufenthalt im Freien.
[10] Lam CSY et al. British Journal of Ophthalmology 2020;104:363–368. doi:10.1136/bjophthalmol-2018-313739. Originalstudie zu DIMS-Gläsern.
